Tattoo entfernen und die richtige Pflege danach
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Symbolbild

Vom Laser bis zur richtigen Nachpflege: Was bei der Tattooentfernung wirklich hilft und wie Sie Ihre Haut unterstützen.

Was früher als Entscheidung fürs Leben galt, lässt sich heute zumindest teilweise rückgängig machen. Doch ein Tattoo zu entfernen ist deutlich aufwendiger, als es stechen zu lassen. Cremes, Säuren oder vermeintlich schnelle Methoden versprechen häufig viel – können die Haut aber erheblich schädigen. Als medizinisch etabliertes Verfahren kommt vor allem die Laserbehandlung infrage. Auch sie benötigt jedoch Zeit und ist nicht frei von Risiken. Entscheidend sind eine qualifizierte ärztliche Behandlung, realistische Erwartungen und eine gute Pflege zwischen den Sitzungen.

Apotheken-Tipp

Wenn Sie für die Heilungsphase eine reizfreie Pflege, geeignetes Verbandmaterial oder später einen passenden Sonnenschutz benötigen, beraten wir Sie gerne in Ihrer Apotheke.

Warum sich ein Tattoo überhaupt so schwer entfernen lässt

Beim Tätowieren wird Farbe nicht einfach auf die Haut aufgetragen. Die Pigmente gelangen durch viele kleine Nadelstiche in die Dermis, also in tiefere Hautschichten. Dort bleiben vor allem die schwer löslichen Pigmentpartikel über lange Zeit erhalten. Ein Teil der Pigmente beziehungsweise ihrer Bestandteile kann außerdem in Lymphknoten gelangen.

Genau deshalb lassen sich echte Tätowierungen nicht mit Peelings oder einer Creme „wegwaschen“. Die äußerste Hautschicht erneuert sich zwar laufend, die Tattoo-Pigmente sitzen aber tiefer.

Auch eine professionelle Entfernung kann nicht garantieren, dass anschließend überhaupt nichts mehr zu sehen ist. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) spricht deshalb bewusst davon, dass Tattoos mit verschiedenen Verfahren weitgehend entfernt werden können. Möglich sind unter anderem verbleibende Farbreste, Pigmentverschiebungen oder Narben.

Laser gilt als wichtigste Methode zur Tattooentfernung

Bei der heute üblichen Laserbehandlung werden extrem kurze Lichtimpulse eingesetzt. Die Energie wird von bestimmten Farbpigmenten aufgenommen und zerkleinert die Pigmentpartikel. Anschließend kann der Körper kleinere Pigmentbestandteile nach und nach abtransportieren. Das geschieht nicht sofort, sondern über Wochen.

Nicht jedes Pigment absorbiert dieselbe Wellenlänge. Deshalb kann ein Laser, der bei schwarzer Farbe gut funktioniert, für ein bestimmtes Grün oder Blau weniger geeignet sein. Bei mehrfarbigen Tattoos können verschiedene Wellenlängen erforderlich sein.

Wie gut sich ein Tattoo entfernen lässt, hängt außerdem unter anderem ab von:

  • Farbe und Zusammensetzung der verwendeten Pigmente,
  • Dichte und Tiefe der Tätowierung,
  • Größe und Lage des Tattoos,
  • Hauttyp und individueller Reaktion der Haut,
  • eventuellen Vernarbungen des Tattoos.

Ein seriöser Behandler kann vor der ersten Sitzung eine Einschätzung geben – eine Garantie für eine vollständige Entfernung jedoch nicht.

Wie viele Sitzungen braucht man?

Eine Tattooentfernung ist normalerweise kein Einmal-Termin. In der Fachliteratur werden Laserbehandlungen häufig in Abständen von ungefähr sechs bis acht Wochen oder länger beschrieben. Dadurch bekommt die Haut Zeit zur Erholung und der Organismus Zeit, zerkleinerte Pigmentbestandteile abzutransportieren. Wie viele Sitzungen insgesamt nötig sind, lässt sich vor Behandlungsbeginn nur eingeschränkt vorhersagen.

Gerade bei dicht gestochenen, professionellen oder mehrfarbigen Tattoos kann sich die Behandlung über viele Monate erstrecken. Deshalb sollte man skeptisch werden, wenn eine komplette und garantiert narbenfreie Entfernung innerhalb weniger Sitzungen versprochen wird.

Geduld ist bei der Tattooentfernung tatsächlich ein Teil der hautschonenden Behandlung: Häufigeres Lasern ist nicht automatisch effektiver. Entscheidend ist, dass die Haut vor dem nächsten Termin vollständig abgeheilt ist.

Tattoo-Lasern ist in Deutschland Ärztesache

Wer sein Tattoo entfernen lassen möchte, sollte nicht nur auf Gerätebezeichnungen und Werbeaussagen achten.

Seit dem 31. Dezember 2020 unterliegt die Laserentfernung von Tätowierungen in Deutschland nach der Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen (NiSV) einem qualifizierten Arztvorbehalt. Sie darf nur von approbierten Ärztinnen und Ärzten mit entsprechender ärztlicher Fort- oder Weiterbildung durchgeführt werden. Außerdem müssen Patientinnen und Patienten über mögliche gesundheitliche Risiken aufgeklärt werden.

Das ist sinnvoll, denn bei der Behandlung können unter anderem Rötungen, Schwellungen, Blasen, Krusten, Veränderungen der Hautpigmentierung und Narben auftreten. Zudem können beim Zerkleinern der Tattoo-Pigmente chemische Spaltprodukte entstehen. Welche langfristige gesundheitliche Bedeutung sämtliche dabei entstehenden Stoffe haben, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt.

Finger weg von Säuren und Tattoo-Entfernungscremes

Im Internet werden immer wieder Cremes, Flüssigkeiten oder Säurebehandlungen angeboten, die ein Tattoo angeblich ohne Laser verschwinden lassen sollen.

Hier ist Vorsicht angebracht. Eine äußerlich angewendete Creme kann die tief in der Dermis liegenden Farbpigmente nicht einfach herauslösen. Bei Verfahren, bei denen chemische Substanzen in die Haut eingebracht oder Hautschichten gezielt verletzt werden, drohen dagegen Entzündungen und Narben.

Gewarnt wird ausdrücklich vor flüssigen Tattoo-Entfernern mit hoch konzentrierter Milchsäure. Gemeldet wurden nach solchen Anwendungen schwere entzündliche Hautreaktionen und Narbenbildung.

Auch chirurgisches Herausschneiden ist keine sanfte Standardalternative. Es kommt höchstens bei ausgewählten kleinen Tätowierungen infrage und hinterlässt zwangsläufig eine Operationsnarbe.

Was passiert mit der Haut nach dem Lasern?

Die Laserbehandlung setzt bewusst einen starken Reiz. Unmittelbar danach können Rötung und Schwellung auftreten. Je nach Intensität können sich außerdem Bläschen oder eine Kruste bilden. Danach braucht die Haut vor allem eines: Ruhe.

Wie genau die behandelte Stelle versorgt werden muss, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt. Eine allgemeingültige Nachpflege für jede Laserbehandlung gibt es nicht. Eine deutsche dermatologische Übersichtsarbeit weist ausdrücklich darauf hin, dass für die topische Vor- und Nachbehandlung von Laserbehandlungen bislang keine einheitlichen deutschen Empfehlungen bestehen. Wichtig sind jedoch eine ausgeglichene Hautfeuchtigkeit und ein konsequenter UV-Schutz; auch Sport und starkes Schwitzen sollten in der unmittelbaren Heilungsphase vermieden werden.

Die wichtigsten Regeln für die Pflege danach

Die ärztlichen Anweisungen haben immer Vorrang. Im Alltag haben sich darüber hinaus einige einfache Grundregeln bewährt.

  • Kühlen – aber nicht mit Eis direkt auf der Haut: Bei Rötung oder Schwellung kann vorsichtiges Kühlen angenehm sein. Ein Kühlpack sollte immer in ein sauberes Tuch gewickelt werden.
  • Nicht kratzen oder Krusten lösen: Bläschen und Krusten gehören zur Wundheilung. Wer daran kratzt, erhöht das Risiko für Hautverletzungen und Narben.
  • Milde Pflege verwenden: Ist eine Pflegecreme vorgesehen, sind reizarm formulierte, möglichst parfumfreie Produkte häufig die bessere Wahl. Ihre Apotheke kann bei der Auswahl einer zur jeweiligen Heilungsphase passenden Hautpflege helfen.
  • Schweiß und Reibung vermeiden: Solange die Haut deutlich gereizt oder verletzt ist, sollten intensiver Sport, scheuernde Kleidung und ähnliche Belastungen vermieden werden.
  • Die Sonne konsequent meiden: UV-Strahlung kann Pigmentveränderungen begünstigen. Solange die Haut offen oder stark gereizt ist, bietet Kleidung beziehungsweise eine geeignete Abdeckung den wichtigsten Schutz. Nach vollständigem Wundschluss gehört ein hoher Breitband-Sonnenschutz auf das behandelte Areal. UV-Schutz ist generell ein zentraler Bestandteil der Vor- und Nachsorge bei Laserbehandlungen.

Wann zum Arzt?

Eine gewisse Rötung und Schwellung kann nach einer Laserbehandlung normal sein. Eine ärztliche Kontrolle ist dagegen ratsam, wenn die Beschwerden statt besser deutlich stärker werden.

Dazu gehören beispielsweise eine zunehmende schmerzhafte Rötung und Überwärmung, deutliche Eiterbildung, ausgeprägte Schwellungen, Fieber oder eine schlecht heilende Wunde. Auch starke allergische Reaktionen oder ungewöhnliche Hautveränderungen sollten medizinisch beurteilt werden.

Tattooentfernung während Schwangerschaft und Stillzeit?

Auch wenn es sich um eine äußerliche Laserbehandlung handelt, rät das BfR davon ab, Tattoos während Schwangerschaft und Stillzeit entfernen zu lassen. Beim Lasern werden Pigmentpartikel zerlegt; unmittelbar nach der Behandlung ist deshalb vermutlich eine erhöhte Konzentration von Pigmentfragmenten beziehungsweise Abbauprodukten vorhanden. Aufgrund der unzureichenden Datenlage empfiehlt das BfR, die Behandlung auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.

Tattoo entfernen kurz & knapp

Ein ungeliebtes Tattoo lässt sich heute häufig deutlich aufhellen oder weitgehend entfernen – eine schnelle Radiergummi-Lösung gibt es jedoch nicht. Die medizinisch etablierte Methode ist die Behandlung mit dafür geeigneten Lasern. Welche Wellenlänge und Technik sinnvoll sind und wie viele Termine erforderlich werden, hängt unter anderem von Farbe, Tiefe und Dichte des Tattoos sowie vom Hauttyp ab.

Entscheidend für eine möglichst hautschonende Entfernung ist nicht allein ein modernes Lasergerät. In Deutschland gehört die Laser-Tattooentfernung in qualifizierte ärztliche Hände. Ausreichende Abstände zwischen den Sitzungen und eine konsequente Nachpflege helfen der Haut, sich zu regenerieren. Von Säuren, dubiosen Entfernungslösungen und Selbstversuchen ist dagegen abzuraten.

Auch zwischen den Laserterminen können Sie viel für Ihre Haut tun: Reizungen vermeiden, die behandelte Stelle nach ärztlicher Empfehlung pflegen und nach Abheilung sorgfältig vor UV-Strahlung schützen.

Sie sind unsicher, welche Pflege nach Ihrer Laserbehandlung geeignet ist? Sprechen Sie uns in Ihrer Meilwald-Apotheke an. Wir helfen Ihnen bei der Auswahl reizarm formulierter Hautpflege, geeigneter Produkte für die Wundversorgung und eines passenden Sonnenschutzes – abgestimmt auf den aktuellen Zustand Ihrer Haut.

FAQ: Häufige Fragen zur Tattooentfernung

Kann man ein Tattoo vollständig entfernen?

Das ist möglich, aber nicht garantiert. Farbe, Pigmentzusammensetzung, Tiefe, Dichte, Hauttyp und verwendete Lasertechnik beeinflussen das Ergebnis. Das BfR spricht deshalb von einer weitgehenden Entfernung; Pigmentreste oder Hautveränderungen können zurückbleiben.

Wie viele Laserbehandlungen braucht man für ein Tattoo?

Eine feste Zahl gibt es nicht. In aller Regel sind mehrere Sitzungen notwendig. Zwischen den Behandlungen liegen häufig etwa sechs bis acht Wochen oder länger. Die tatsächliche Zahl der Termine kann je nach Tattoo erheblich variieren.

Welche Tattoo-Farben lassen sich am besten entfernen?

Schwarze und dunkle Pigmente lassen sich mit geeigneten Lasern häufig gut behandeln. Bei mehrfarbigen Tattoos können verschiedene Wellenlängen notwendig sein. Für bestimmte blaue, grüne oder gelbe Pigmente zeigen Untersuchungen Vorteile von Pikosekundenlasern.

Darf ich nach der Tattooentfernung in die Sonne?

Die frisch behandelte Haut sollte konsequent vor UV-Strahlung geschützt werden. In der Heilungsphase ist insbesondere mechanischer Schutz durch Kleidung sinnvoll. Nach Wundschluss sollte ein hoher Breitband-UV-Schutz verwendet werden.

Kann man Tattoos mit einer Creme entfernen?

Eine Creme kann die in der Dermis liegenden Tattoo-Pigmente nicht einfach herausziehen. Bei chemischen oder säurehaltigen Entfernungsverfahren besteht zudem die Gefahr schwerer Hautreaktionen und Narben. Das BfR empfiehlt medizinisch anerkannte Verfahren unter ärztlicher Durchführung.

Weniger ist oft mehr

Halten Sie sich zunächst an die Nachsorgeempfehlung Ihrer behandelnden Praxis. Tragen Sie nicht vorsorglich verschiedene Desinfektionsmittel, Antibiotikasalben, ätherische Öle oder stark parfümierte Kosmetik auf die behandelte Haut auf. Gerade frisch gelaserte Haut ist empfindlich, und zusätzliche Wirk- oder Duftstoffe können reizen oder Kontaktallergien auslösen.


Verfasst und geprüft von der APOVENA Fachredaktion in Zusammenarbeit mit der Meilwald-Apotheke in Erlangen . Stand 09/2026. Dieser Artikel ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder Apotheke.

Für eine persönliche Beratung kommen Sie einfach bei uns in der Meilwald-Apotheke in Erlangen vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und helfen Ihnen gerne weiter.

Thomas Wagner,

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  3. 3 Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers (UVP).

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